Farner blickt durch.

Bildung und Lehrplan 21

Meine Kolumne in der Andelfinger Zeitung: die Abgeltung von Kleinstsonderlasten führt zu unverhältnismässigen administrativen Aufwänden. / Im Juni fanden die Fraktionsausflüge statt.

Bildung, Forschung und Innovation gehören zu den Kernthemen der FDP. In diesem wie in anderen Bereichen sind Überregelungen und schlecht zu rechtfertigende Bürokratie zu vermeiden. Die grossen Würfe in der Volksschule sind weitgehend umgesetzt. Versuche mit Tages- und Halbtagesschulen laufen vorwiegend in den Städten. Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit für beide Elternteile nimmt im ganzen Kanton einen hohen Stellenwert ein. Die Gemeinden sind verpflichtet für das Vorschulalter wie für die Schulzeit den Bedarf nach Familienergänzender Betreuung abzuklären und entsprechende Einrichtungen zu schaffen. Dennoch beglücken uns Bildungspolitiker der Linken immer wieder mit Vorstössen im Mikrobereich. Einige davon standen am Montag auf der Traktandenliste. So sollte das Volksschulgesetz so geändert werden, dass „die Leistung der öffentlichen Schule abgegolten wird, welche Kinder aus Wohn-, Kinder- oder Jugendheimen etc. schult.“ Bei genauerem Hinsehen würde dies eine Gesetzesänderung bedingen, welche nicht nur mit allenfalls weiterreichenden Folgen das Aufenthaltsprinzip unterlaufen würde, sondern auch eine Spezialnorm für gerade mal 20-30 Kinder darstellen würde.

Ohne Zweifel entstehen den öffentlichen Schulen in Gemeinden mit Kinder- und Jugendheimen zusätzliche Kosten. Da es sich um zeitlich begrenzte Platzierungen handelt, mit denen eine rasche Reintegration in die Regelschule angestrebt wird, ist dies zumutbar. Andere Gemeinden tragen andere Sonderlasten. Würden wir sie in kleinlicher Weise einander gegenseitig aufrechnen, entstünde ein unverhältnismässiger administrativer Aufwand. Auch nach kantonalen flächendeckenden Regelungen für den Einsatz von Klassenassistenzen wurde gerufen. Damit käme es unnötigerweise zur – weiteren – Einschränkung der Kompetenzen der Schulen. Das Postulat wurde erfreulicherweise nicht überwiesen.

Ein weitaus bedeutenderes Thema mit internationaler Ausstrahlung stand im Zentrum eines freisinnigen Postulates, welches die Ausarbeitung eines Konzeptes für ein Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften mit Standort Zürich verlangte. Der regierungsrätliche Bericht zeigte auf, wie bedeutend die wissenschaftlichen Institute in diesem Bereich bereits heute seien. Der Regierungsrat möchte angesichts gesamtschweizerischer Bestrebungen nicht voreilig tätig werden. Das Postulat wurde abgeschrieben. Wir bleiben am Thema.

Im Juni und September gehen die Fraktionen einen halben Tag auf Reisen. Der Fraktionsausflug führte die FDP Fraktion in den südwestlichen Teil des Kantons. Im Jubiläumsjahr der Reformation besuchten wir Kappel. Im ersten Kappeler Krieg kam es bekanntlich zur Verbrüderung der Truppen der Zürcher und Innerschweizer als auf der Grenze zwischen den Kantonen eine Milchsuppe gekocht wurde. Die Kappeler Milchsuppe ist den auch legendär für Friedensschliessungen auf neutralem Boden. Spannend und auch etwas nachdenklich stimmend war der Einblick in die einst in diesem Kantonsteil blühende Seidenindustrie. Das Areal wird heute umgenutzt, Seide nicht mehr produziert, jedoch im grössten Seidenladen der Schweiz weiter verkauft.

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26.06.2017 | Kategorie: Bildung, Kinderbetreuung , Medien - Print 


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