Farner blickt durch.

Auch Farner will höher hinaus

Berichterstattung über meine Nomination als Kandidat für den Regierungsrat zuhanden der FDP-Delegiertenversammlung im Landboten.

Auch Farner will höher hinaus

Der Parteivorstand der FDP nominiert drei Kandidaten für den Regierungsrat, darunter Kantonsrat Martin Farner aus Oberstammheim. Er hat Konkurrenz aus der Region.

Das Rennen in den Regierungsrat hat für Martin Farner längst begonnen. Er hat zwar erst gestern offiziell bekannt gegeben, dass er kandidieren will, Gerüchte kursierten aber längst. So auch an der Tour de Suisse, die kürzlich in Oberstammheim halt machte. OK-Präsident Martin Farner posierte damals im Startbereich gerne mit SP-Regierungsrat Mario Fehr. «Wir sind ein gutes Gespann», sagte Fehr zu Farner und er schien damit nicht nur das bevorstehende Promi-Rennen zu meinen, sondern auch die Politik. Die Botschaft war klar: «Wir packen an und denken auch über die Parteigrenzen hinaus.»

Alle drei sind gut vernetzt

Farners Chancen sind intakt, dass er auch von der Parteibasis als Regierungsratskandidat portiert wird. Der Oberstammer Gemeindepräsident ist in der Region bestens vernetzt und als Kantonsrat mit Vorstössen präsent. Zudem sitzt der 55-Jährige in diversen Verwaltungsräten und Verbänden. Unter anderem engagiert er sich für Natürli Zürioberland, den Hauseigentümerverband Winterthur/Weinland, den kantonalen Gemeindepräsidentenverband, den Zürcher Verkehrsverbund und noch weitere mehr.

Die Delegierten der FDP entscheiden am 4. Oktober, wen sie neben Carmen Walker Späh für die Wahl am 24. März 2019 um die Nachfolge von Regierungsrat Thomas Heiniger empfehlen. Nebst Martin Farner stellen sich auch die Kantonsräte Jörg Kündig aus Gossau und Thomas Vogel aus Illnau-Effretikon parteiintern zur Wahl. Alle drei sind erfahrene Politiker und haben bei einer Nomination Chancen auf Mehrheiten im Kanton.

Als leicht im Vorteil sehen dennoch viele den 46-jährigen Thomas Vogel, der als FDP-Fraktionspräsident ebenfalls gut vernetzt ist und in der Partei grossen Rückhalt geniesst. Er hat seine Ambitionen schon vor einiger Zeit bekannt gegeben und unterlag 2014 in der parteiinternen Ausmarchung Carmen Walker Späh nur knapp. Vogel verfügt als Mitglied der Gerichtsleitung des Bezirksgerichts Zürich über Führungserfahrung. Als Pluspunkt könnte sich für ihn erweisen, dass er sich auch in der Gesundheitspolitik auskennt, da er sich etwa als Stiftungsrat für das Kinderspital Zürich einsetzt. «Ich kenne die politischen Mechanismen im Kanton sehr genau», sagt Vogel. Er setze sich gerne für einen bürgernahen und effizienten Staat ein.

Roadshow durch den Kanton

Jörg Kündig wiederum hat den Vorteil, dass er als Präsident des Gemeindepräsidentenverbands immer wieder öffentlich in Erscheinung tritt. Der Gossauer Gemeindepräsident kommt zudem aus der Privatwirtschaft und führt eine Finanzberatungsfirma. Auch er hat sein Interesse am Regierungsrat schon länger bekannt gegeben. Die drei Kandidaten werden sich bis im Oktober in einer Art «Roadshow» in den kantonalen Bezirksparteien präsentieren. Erst danach wird sich zeigen, wer wirklich die Nase vorne hat. Parteipräsident Hans-Jakob Boesch ist überzeugt davon, dass alle drei Kandidaten das nötige Rüstzeug für ein solches Spitzenamt mitbringen. «Sie vertreten alle eine klar liberale Linie.» Dennoch würden sie sich von ihrer Herkunft und Erfahrung her unterscheiden. «Es ist eine echte Auswahl», sagt Boesch. Dass keine Frauen unter den Nominierten sind, liegt daran, dass sich mögliche Kandidatinnen bereits aus dem Rennen genommen haben und mit Carmen Walker Späh bereits eine FDP-Frau vertreten ist.

Mit Thomas Vogel und Martin Farner stammen zwei Kandidaten aus der Region Winterthur. Für SP-Fraktionspräsident Markus Späth aus Feuerthalen sind beides ernsthafte und qualifizierte Kandidaturen. «Es ist wichtig, dass das ländliche Zürich im Regierungsrat vertreten ist», sagt er. Er habe mit beiden bisher gut zusammengearbeitet. Thomas Vogel erlebe er im Kantonsrat allerdings nicht gerade als besonders dynamisch und führungsstark.

Martin Farner wiederum habe als Gemeindepräsident und FDP-Kantonsrat oft mehrere Hüte an und gehe nicht immer gut damit um, sagt Späth weiter. «Als Regierungsrat müsste er sich für eine Seite entscheiden.»

Alternative Nationalrat

Bereits entschieden hat sich Farner, dass er in der fusionierten Gemeinde Stammertal ab 2019 nicht mehr kandidieren will. Der Unternehmer war in Oberstammheim 21 Jahre lang Gemeindepräsident und leitete den Fusionsprozess mit Waltalingen und Unterstammheim aus einer neutralen Perspektive heraus. Es wurde dabei nie ganz klar, ob er persönlich nun für oder gegen eine Fusion war. Bis zum Jahresende werde er auf Gemeindeebene mit «voller Motivation» sein Bestes geben, schreibt Farner in einer Mitteilung. Zudem stelle er sich in den nächsten Monaten dem Ausmarchungsprozess innerhalb der FDP für die Nomination als Regierungsratskandidat. Er sei sich des Anspruchs für dieses Amt durchaus bewusst. «Jede neue Aufgabe bringt neue Herausforderungen.» Sollte es doch nicht klappen, bleibt für Farner eine andere Perspektive: Er befindet sich derzeit auf dem ersten Ersatzplatz für den Nationalrat. (12.07.2018)


13.07.2018


Kommentare zu diesem Beitrag


Kommentare
Keine Kommentare. Verfassen Sie den ersten Kommentar
 Security code