Farner blickt durch.

Nothilfeorganisationen müssen ständig erreichbar und einsatzbereit sein

Bei Krisensituationen ist es wichtig, dass Nothilfeorganisationen wie die KESB und Beistände zeitnah einsatzbereit sind. Für Familien ist dies manchmal lebenswichtig, wie wir leider lernen mussten. Deshalb müssen solche Organisationen rund um die Uhr erreichbar sein und über entsprechende Notfallkonzepte verfügen.

Bei der Dringlichkeitsdebatte zur Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) im Kanton Zürich im Zürcher Kantonsrat wurde eines klar: Menschen mit grossen Belastungen dürfen nach einschneidenden Behördenentscheiden nicht allein gelassen werden. Nicht nur die entsprechenden Organisationen und Amtsstellen müssen jederzeit alarmiert und im Notfall einsatzfähig sein, sondern es braucht noch mehr die proaktive, aufsuchende Tätigkeit der Beistände. Ich habe mich im Rat dafür ausgesprochen, dass nicht die KESB alleine über eine Notrufnummer erreichbar und einsatzbereit sein sollte, sondern auch andere Instanzen in der Kette wie Kinder- und Jugendzentren, Bezirksräte, Beistände oder sozialpädagogische Familienbegleitungen.

Ich bin der Meinung, dass sämtliche Behörden sich so zu organisieren haben, dass sie ihren Aufgaben auch in Krisensituationen, übers Wochenende und insbesondere über die Feiertage – wir wissen, dass emotionale Konflikte oft über die Weihnachtstage entbrennen – nachkommen können. Notrufnummern alleine reichen in solchen Fällen oft nicht, schon gar nicht, wenn sie nicht bedient sind. Auch Pikettdienste, um superprovisorische Verfügungen erlassen zu können, helfen nicht weiter. Was es braucht sind Helfer, die rasch, unkompliziert und persönlich unterstützen.

Das gestern vom Kantonsrat abgelehnte Postulat, welches einen Pikettdienst für die KESB verlangte, hätte das Problem nicht gelöst. Die zum gleichen Thema eingerichte parlamentarische Initiative wird es möglich machen, das Problem umfassender und ausführlicher zu diskutieren und eine gegebenenfalls eine adäquate gesetzliche Lösung zu finden. 

Was es für die Zukunft braucht, ist ein besseres Selbstverständnis aller involvierter Organisationen, entsprechende Notfallorganisation und eine auf Vertrauen basierende, partnerschaftliche Zusammenarbeit der KESB-Organisationen mit den Gemeidebehörden! Die Leitungen von KESB, Kinder- und Jugendzentren, Bezirksräten, Beiständen oder sozialpädagogischen Familienbegleitungen sind gefordert – unserer Gesellschaft zuliebe.

Sehen Sie dazu auch meine Erklärungen in Schweiz Aktuell und Tele Züri.

Was denken Sie dazu?


02.03.2015 | Kategorie: Staatswesen, Gemeinden 


Kommentare zu diesem Beitrag


Kommentare
Daniel Schwab
Ich bin froh, dass Kantonsrat Martin Farner die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner vertritt und ich bin sicher, dass er das in den letzten 4 Jahren gut gemacht hat und dass er es verdient wieder in den Kantonsrat gewählt zu werden. Danke Martin Farner!
03.03.2015 13:10:00

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