Farner blickt durch.

Doppelt so viele Rekruten im Dorf

Zeitungsartikel in der Andelfinger Zeitung vom 15. August 2017: "In Oberstammheim gehört das Militär zum Dorfbild"

OBERSTAMMHEIM Der Umbau des Militärstandorts Frauenfeld hat positive finanzielle Auswirkungen auf Oberstammheim. In den nächsten vier Jahren belegt die Armee die Unterkunft jährlich sicher 26 Wochen lang und damit doppelt so häufig wie jetzt.

Zum «geschichtsträchtigen» Gewinn von mehr als einer halben Million Franken im vergangenen Jahr der Gemeinde Oberstammheim hatte auch die Armee beigetragen. So führte die bessere Nutzung der Unterkunft im Werkgebäude zu 74 000 Franken Mehrertrag, wie Gemeindepräsident Martin Farner an der Juni-Versammlung sagte (die «AZ» berichtete). Statt der erwarteten zwei Rekrutenschulen (jeweils acht Wochen) konnten drei untergebracht werden. Das andere Extrem war 2015, als ein Lehrgang der Rekrutenschule ausfiel und somit 68 000 Franken fehlten.

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In Oberstammheim «gehört das Militär zum Dorfbild» – sagte Gemeindepräsident Martin Farner im Juni 2013 bei der Standartenübergabe der Übermittler-Rekrutenschule. In den nächsten vier Jahren wird
die Armee aber auch sonst sichtbar sein im Dorf.

 Nun schaut es so aus, dass die Gemeinde ab 2018 mit noch höheren Einnahmen budgetieren kann. Die in Frauenfeld stationierte Übermittlungsund Führungsunterstützungsschule 61 wird während der Frühjahrs- und der Herbst-RS jeweils eine Kompanie in Oberstammheim unterbringen, mindestens 13 der 18 Wochen dauernden Ausbildung. Eine Belegung von 26 Wochen ist fast eine Verdoppelung der bisherigen Zeit. Und Schulkommandant Brunschweiler geht davon aus, dass dies die nächsten vier Jahre so bleibt – oder noch länger.

 

Die Armee baut um 

Der Grund liegt im Umstrukturierungsprogramm Weiterentwicklung der Armee (WEA). In Frauenfeld beansprucht die Schule 61 auch die Stadtkaserne. Weil diese aber der Stadt verkauft und somit bald zivil genutzt wird, baut die Armee ihre Anlage Auenfeld aus – und hat dort dann Platzprobleme oder muss «mit diversen Einschränkungen leben», wie Schulkommandant Oberst Reto Brunschweiler im aktuellen Stammertaler Mitteilungsblatt schreibt. Er ist deshalb froh, in Oberstammheim mehr Gastrecht geniessen zu dürfen.

Berufsoffizier Reto Brunschweiler hat im Juni die Leitung der Übermittlungsschule 61 übernommen, pro Lehrgang können die vier Kompanien maximal 700 Rekruten ausbilden. Die kleinste Kompanie mit den Spezialisten in den Fachrichtungen Führungsstaffel, Informatik und Funk wird in Oberstammheim untergebracht. «Ein wunderschöner Standort», freut sich Reto Brunschweiler. Und auch die Unterkunft sei schön. 140 oberirdische Plätze bietet die Unterkunft Oberstammheim, dazu separate Krankenzimmer und Büros. Die Armee ist laut Martin Farner der Hauptnutzer der Anlage.


15.08.2017 | Kategorie: Energie, Umwelt , Staatswesen, Gemeinden , Medien - Print 


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